Veranstaltungs-Tipp: Tanz in den Häusern der Stadt (1)

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Häuser bergen Geschichten: Fundamental eingebettet in das Jahrhundert ihrer Entstehung hallen in ihrem Wandgerippe einstige Bewohnerklänge – oftmals bis in die Gegenwart – nach. Gerade in ihrer Altertümlichkeit umgibt sie ein Hauch von äralem Glanz. Unabhängig davon, ob der morbide Zahn der Zeit (noch) an ihnen nagt oder bereits eine aktive Restaurationswelle über sie hinweggefegt ist. Ungeachtet dessen, ob sie einen solitären Lagekult besitzen oder eingebettet sind in das städtisch-verdichtende Wachstumsgeschehen.

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Wer kennt sie nicht – die historischen Blickfänger und Phantasie anregenden Details von Gebäuden. Seien es eisenbeschlagene Eingangstüren, kunstvolle Balkonverzierungen, Keller mit dunklen Gangverflechtungen oder die beim Hinauf- und Hinabsteigen knarrzenden Holztreppen, Hochräume mit stuckverkleideten Decken sowie die von Licht durchfluteten, gestützt von morschen Balken und mit Verbotsstatus behafteten Dachräume. Dazu gesellen sich innerhäusige Standorte, die sowohl heimliche Blickachsen als auch freizügige Weitblicke ermöglich(t)en.

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In Häusern wurde und wird geboren und gestorben, geweint und gelacht, gedacht und geirrt, vorbereitet und abgeschlossen …  Ob von proletarischer, bourgeoiser, intellektueller, musischer, religiöser oder spiritueller Geburtsnatur, ob dem Schaffen, dem Scheffeln, dem Fortschritt, der Kunst, dem Herrn oder dem Weltengeist verschrieben – Häuser boten und bieten zu allen Zeiten eine aufsammelnde Obhut für gelebtes und geliebtes Leben.

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Das Ballett der Leipziger Oper hat sich auch in der neuen Spielzeit – unter der Ägide ihres Chefchoreographen Mario Schröder – wieder der tänzerischen Erkundung von besonderen, in verschiedenen Ortsteilen der Stadt aufragenden Gebäudewelten verschrieben. Im Rahmen der Aufführungsreihe „Tanz in den Häusern der Stadt“ wird dabei die Edvard-Grieg-Begegnungsstätte in der Talstraße (Anmerkung: Sie ist Teil der „Leipziger Notenspur“) erste Anlaufstation sein.

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Grieg (1843-1907), einer der bedeutendsten norwegischen Komponisten, stand seinerzeit in besonderer Verbindung zur Stadt, die auf seinem Musik-Studium am hiesigen Konservatorium (1858-1862) und der sich in Folge entwickelnden Zusammenarbeit mit dem Musikverlag C.F. Peters fußte.

Am Freitag, dem 05. Oktober 2018, werden in den Räumlichkeiten der Grieg-Begegnungsstätte Leipzig e.V. erstmalig historische Klang- und zeitgenössische Tanzwelten aufeinandertreffen.

Aufführungsort:
Grieg-Begegnungsstätte Leipzig e.V
Talstr. 10 (1. Etage), 04103 Leipzig

Aufführungszeiten:
zwei Vorstellungen
jeweils um 18.oo Uhr und um 20.00 Uhr

Kartenerwerb:
Oper Leipzig

Leipziger Notenspur:
Karte & Stationen
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