Lesetipp: „Tango – Wehmut, die man tanzen kann“

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Der Ursprung des Tangos ist ungewiss: Erste Wurzeln begann er vermutlich vor mehr als 100 Jahren am Rio de la Plata – einem dicht besiedelten Gebiet im Grenzbereich zwischen Argentinien (Großraum von Buenos Aires) und Uruguay (Großraum von Montevideo) – zu schlagen. Von hier aus begann er sich – umrahmt von den Bedingungen eines multikulturellen Einwanderungslandes – durch die Gesellschaftsschichten hinweg zu entwickeln, eroberte zunächst die Herzen der Argentinier und wurde im Laufe seiner Geschichte in die Welt hinaus getragen. Über die Zeiten hinweg gab es dabei sowohl Traditionalisten als auch Avantgardisten, die den „Korpus“ des Tangos in seiner mannigfaltigen Bedeutung einerseits bewahrt und auf der anderen Seite stetig erneuert haben.

Für die Argentinier stellt der Tango nicht nur ein Lebensgefühl dar, sondern er repräsentiert überdies auch die einverleibte identitätsprägende Sozialgeschichte des Landes. Wie hoch seine Bedeutung ist, zeigt sich u.a. auch in der im Sommer 1990 begründeten „Academia Nacional del Tango de Buenos Aires“, die anderen gängigen Fakultäten gleichgestellt ist.

Es ist das emotionale Zusammenspiel von Lyrik, Komposition, Musikalität und Tanz, die die weltweite Faszination für den argentinischen Tango ungebrochen aktuell sein lässt. Tangoschulen und –festivaltage sind in vielen Großstädten (u.a. auch in Leipzig) zu finden, ebenso haben Milongas auch in den weitaus weniger dicht besiedelten Lebensräumen Einzug gehalten (siehe u.a. Tangokalender für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen).

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Die mir vor einigen Tagen „über den antiquarischen Weg gelaufene“ Graphic-Novel „Tango – Wehmut, die man tanzen kann“ aus dem Jahr 2010 offeriert einen wahren Ritt durch die bewegte Geschichte dieses Tanzes, den nach wie vor ein gewisser Mythos umgibt. Für den Inhalt zeichnet der argentinische Poet, Essayist und ausgewiesene Tango-Kenner Horacio Salas verantwortlich, die Historie wird zudem atmosphärisch dicht von Lato (alias Horacio Santana) illustriert.

Selbst wenn man (noch) kein*e Tangotänzer*in ist, wird man in den geschichtlich-bebilderten Abriss regelrecht hineingesogen.  Es sind nicht nur die ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die zum Teil mit altem Fotomaterial collagiert wurden, sondern auch die vielschichtigen und genreübergreifenden Hintergründe zu wegbereitenden Persönlichkeiten der Tangokunst (einschließlich übersetzter Tangotexte), die das ganze zu einem wahren Lesevergnügen machen. Abgerundet wird das Buch von einem ganz speziellen Tanzkurs, der alle weiteren (Tanz)möglichkeiten offen lässt 😉

Und neugierig geworden, aber noch keine rechte Vorstellung, wie das ganze auf Papier aussieht? Dann könnt ihr hier mal in eine Leseprobe des Verlags hineinschnuppern.

Viel Spaß beim Lesen oder jetzt vielleicht doch gleich zum Tango-Kurs anmelden?

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