Tanzgesellschaft im Alterswandel / Das DANCE ON ENSEMBLE auf Tour

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„50 ist das neue 40!“ ist nur einer der focussiert in die Welt gesetzten Slogans, welcher einer (Ziel)gruppe von Menschen das Gefühl zuschreibt, trotz des „in die Jahre gekommen Seins“ noch zum agilen, wertvollen und beitragenden Teil der Gesellschaft inklusive des unmittelbaren Umfelds zu gehören. Man ist zwar nicht mehr ganz jung, aber eben „jung geblieben“. Und doch: Betrachtet man das soziale, gesellschaftliche und oftmals medial inszenierte Standing scheint es in vielen Bereichen des Lebens so, als gehöre man jenseits der 40 bereits zu den „Ruheständlern“. Wenn auch nicht im wortwörtlichen Sinne.

Zu der Künstlergruppe, deren Bühnenpräsenz jenseits der 40 (noch) eher unterrepräsentiert ist, zählen Tänzerinnen und Tänzer. Was nicht heißt, dass Kunsträume, in denen sie mit ihrer ganzen Technik und Erfahrung, mit ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung, mit ihrem effektiven Kraftumgang und ihrer fein ziselierten Bewegungsausführung performen, nicht existent sind.

Es gibt sie – die Tänzer, Choreographen, Initiatoren und Förderer des Tanzes, die etwas Neues für die bühnentanzende „Generation 40+“ wagen. Die mit dazu beitragen, die ästhetischen Sehgewohnheiten und die Wahrnehmung von (Tanz)Bewegung und Alter aufzuweiten, um sie vielleicht – eines schönen Tages – gar ins alterslose Genießen zu überführen. Die uns als ZuSCHAUenden eröffnen, wie tief sich der Tanz über die Auftrittsjahre in die Körper und Seelentiefen der Ausführenden „eingeschlichen“ hat. Die uns mitnehmen auf eine, gleichsam unsere Zeitreise und uns versöhnen mit dem nicht immer einfachen Gedanken „Alles wandelt sich.“ Als Beispiele hierfür seien Pina Bausch’s zeit- und altersloses Werk „Kontakthof“ oder das 2007 von der Leipziger Choreographin Heike Hennig inszenierte Tanzstück „ZeitSprünge. Tanztheater der Generationen“ benannt.

Auch das 2015 von Diehl + Ritter ins Leben gerufene Projekt „Dance On“ legt sein Hauptaugenmerk auf die Qualitäten von Tänzerinnen und Tänzer jenseits der Vierzig. Mit dem Ziel der Compagnie-Gründung wurde zunächst weltweit nach Interessenten für das Tanzprojekt gesucht. Über 230 Interessierte bewarben sich seinerzeit, wobei die Bewerber eine große Freude an der Weiterführung des künstlerischen Schaffensprozesses erkennen ließen. Im November 2015 begann das Tanzteam mit den Arbeiten für die 1. Edition, welche im Januar 2016 mit dem Stück „7 Dialogues“ beim Holland Dance Festival in Den Haag uraufführend startete.

Aktuell agiert das „DANCE ON ENSEMBLE“ mit den sechs Tänzern und Tänzerinnen Christopher Roman (gleichzeitig künstlerischer Leiter), Brit Rodemund, Ty Boomershine, Jone San Martin, Amancio Gonzales und Ami Shulman. Ab Ende Juni 2017 wird Frédéric Tavernini die Reihen des internationale Tanzteams ergänzen.

Die Compagnie tourt in unterschiedlicher Besetzung durch die europäischen Lande und wird 2017 auch in Deutschland zu sehen sein:

So steht das Ensemble am Donnerstag, den 13. Juli 2017 mit der Inszenierung „Catalogue (First Edition)“ des Choreographen William Forsythe im Frankfurt LAB (Musik-, Theater- und Tanzlabor der Moderne für Frankfurt RheinMain e. V. , Schmidtstr. 12, 60326 Frankfurt/Main) auf der Bühne. Karten für diese Veranstaltung gibt es hier.

Am Freitag, den 20. Oktober 2017 sowie am Samstag, den 21. Oktober 2017 wird die Compagnie im Festspielhaus Hellerau (Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden) erwartet. Dann wird neben dem vorbenannten Stück von William Forsythe zudem die Choreografie „Man made“ von Jan Martens aufgeführt. Wer Karten für die Tanzauftritte in der Elbmetropole sucht, der wird hier fündig.

Im Herbst 2017 beginnt das DANSE ON ENSEMBLE mit den ersten Proben zu „Die letzte Station“ von Ersan Mondtag. Diese Aufführung entsteht in Kooperation mit dem Berliner Ensemble, Premiere ist hier am 14.12.2017.

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