Filmisches Kleinod zu Gret Palucca

raku_mk1

Tänzerin (Raku-Brand, entstanden in den Händen von Manja Kölpin, Leipzig 2017)

Ach ja HIDDENSEE … Die sich westlich vor Rügen erstreckende Insel ist – neben dem wilden Weststrand auf dem Darß – einer meiner Sehnsuchtsorte. Und das nicht erst, seitdem es mich als Nordlicht ins mittlere Deutschland verschlagen hat. Denn selbst als ursprünglich daher kommendes Süß- und Brackwasserkind des Nordostens verweilte ich – trotz der seinerzeitigen geografischen Nähe – erst ein einziges Mal in meinem wahren Leben eben dort. Es war zu Studienzeiten an der Waterkant (und das ist wirklich schon eine geraume Weile her), als mich und einige meiner Mitkommilitonen das autofreie Eiland für einige Tage in seinen Bann zog.

raku_mk2

Tänzerin (Manja Kölpin, 2017)

Seitdem mein Herz wieder kräftiger für den Tanz schlägt, verspüre ich einmal mehr das innere Bedürfnis, mich auf die beschauliche Insel zu begeben. Einfach überzusetzen und einzutauchen in die Welt der Insulaner. Einfach abzutauchen in die landschaftliche Hinterlassenschaft der Weichsel-Eiszeit. Einfach unterzutauchen in kreative Innen- und magische Außenwelten. Und dann gibt es ja noch die künstlerischen (Sand)spuren, die sich auf Hiddensee keinesfalls verlieren: Ob Gottfried Benn, Hans Fallada, Erich Heckel, Asta Nielsen, um nur einige zu nennen – sie alle schätzten die Abgeschiedenheit dieses kleinen feinen Weltenplatzes. Und … nicht zu vergessen: Gret Palucca – die Grand Dame des (ost)deutschen Ausdruckstanzes und Begründerin der Dresdener Tanz-Hochschule. Ihr zu Zeiten des getrennten Deutschlands forderndes, zähes Ringen für den modernen Tanz abseits des klassische Balletts führte sie immer wieder raus aus dem gängigen Kulturbetrieb der DDR, um mit den Verantwortlichen gekonnt und aus peripheren Insellagen (Hiddensee, Sylt) neu über ihr Künstler-Dasein und die Ausrichtung ihres Tuns in Dresden zu verhandeln.

 

raku_mk3

Tänzerin (Manja Kölpin, 2017)

Mit der knapp einstündigen, zum 100. Geburtstag entstandenen Dokumentation – PALUCCA – „Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen“ – von Prof. Ralf Stabel und Konrad Hirsch existiert eine eindrucksvolle Hommage an das Leben und die komplexe Persönlichkeit von Gret Palucca, die im Jahr 1993 in Dresden verstarb und auf Hiddensee beigesetzt wurde. Genau von diesem Film schwärmte vor wenigen Tagen auch meine gute Freundin Asti. Sie hatte ihn unlängst – gemeinsam mit ihrem Freund Martin – während eines Hiddensee-Urlaubs in der Figurensammlung Homunculus (Vitte) gesehen. Es berührte mich, mit welcher Leidenschaft sie mir via „Handydraht“ über die schwierigen Anfangszeiten von Gret Palucca und ihrer bis ins hohe Alter gezeigten energetisch-vitalen Ausdruckskraft erzählte. „Wir beide mussten so an dich denken. Der hätte dir bestimmt auch gefallen …“.

raku_mk4

Tänzerin (Manja Kölpin, 2017)

Ja, das glaube ich ehrlich gesagt auch … Das innere Feuer für Hiddensee ist jedenfalls wieder stark entfacht. Wen es ebenfalls gepackt hat und/oder wer überdies vor hat, in den Monaten der Vor-, Haupt- oder Nachsaison (ohnehin) über die „Seepferdchen-Insel“ zu schweben dem sei gesagt, dass das filmische Kleinod monatlich und in regelmäßigen Abständen in den Kinoräumen des Homunculus gezeigt wird. Die nächsten Vorführ-Termine im November 2017 sind für folgende Zeiten anberaumt:

Mittwoch, 08.11.2017, 19 Uhr

Mittwoch, 15.11.2017, 19 Uhr

Mittwoch, 22.11.2017, 19 Uhr

Montag, 27.11.2017, 19 Uhr

Karten könnten telefonisch unter 038300-60593 vorbestellt werden und sind 30 min vor Vorstellungsbeginn abzuholen. Mehr Infos erhaltet ihr unter Homunkulus.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s